Plisee, Plissee oder Faltstore: Viele Wörter für einen Sonnenschutz am Fenster

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plisee

Der Begriff des Plissees als architektonisches Detail ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt. Auch variieren die Schreibweisen des Wortes. Die Technik dieses Sonnenschutzes ist dem bekannten Rollo sehr ähnlich. Beim Rollo wird der Stoff auf einer Rolle aufgewickelt, beim Plissee ist der Stoff vorgefaltet. In der Art der Ziehharmonika wird er beim Zusammenfalten zu einem kleinen Paket. Deswegen wird mitunter auch die Bezeichnung Faltstore verwendet. Die Faltstores bieten vielfältige Möglichkeiten, einen innenliegenden Sonnenschutz zu gestalten. Allgemein verbreitet sind rechteckige Anfertigungen. Daneben gibt es Faltstores in Trapezform, als Dreieck oder als Halbmond. Es ist zusätzlich möglich, die oberen und unteren Schienen beweglich zu konstruieren, dadurch wird es möglich, das Fenster nur zum Teil zu verschatten. Faltstores sind durch ihre Anpassungsmöglichkeit an die verschiedensten Formen von Fenstern besonders gut für Wintergärten geeignet.

Faltstores sind aber keine Erfindung der Neuzeit. Ihre Geschichte reicht bis in das alte Ägypten zurück. Bereits ca. 2.000 v. Chr. wurden Stoffe plissiert, d. h. gefaltet, und zur Kleidungsherstellung und als Vorhang verwendet. Vor allem die Gewänder der Herrschenden wurden mit dieser Technik behandelt. Das Plissieren von Naturfasern war sehr aufwendig und erforderte den Einsatz teurer Hilfsmittel. Erst als im 19. Jahrhundert synthetische Fasern hergestellt wurden, wurde der Stoff für breite Bevölkerungsschichten zugänglich. Der Preis war stark gesunken. Die Kunstfasern hielten die Falten, und weder Wärme oder Feuchtigkeit konnten sie wieder aus ihnen entfernen. Das war dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Grund, warum Architekten und Raumgestalter den so behandelten Stoff als Sonnenschutz zu entdecken begannen und zur heutigen Form und Funktion entwickelten.

Ein moderner Faltstore ist z. B. beim Anbieter Amazon erhältlich. Eine einfache weiße Ausführung kostet ca. 20 Euro. Beim Kauf müssen auf jeden Fall die Fenstermaße beachtet werden. Es gibt aber auch Produkte, die zu mehreren Fenstergrößen passen. Diese kosten ca. 50 bis 60 Euro und werden von innen vor die Fensterbrüstung gehängt (Preise: Stand September 2011). Für spezielle Produkte liegen die Preise natürlich höher, bei bestimmten Fensterformen empfiehlt sich jedoch auch eine individuelle Anfertigung durch den Fachmann.

Der Faltstore bedarf natürlich wie jedes andere textile Element in der Wohnung der regelmäßigen Reinigung. Die Falten sind Orte der Staubablagerung, weshalb sie ein mal im Monat mit dem Staubwedel oder einer weichen Bürste zu säubern sind. Ein Staubsauger mit gering eingestellter Saugkraft erfüllt den gleichen Zweck. Einige der Stoffe können durchaus feucht abgewischt werden, wenn dies durch den Hersteller so angegeben ist. Es gibt sogar spezielle Faltstores, die für Feuchträume geeignet sind. Diese können in jedem Falle feucht gesäubert werden. In der Küche fallen z. B. eine Menge Kochdünste an, die sich niederschlagen und mit der Zeit unschöne Beläge bilden. Einige Stoffe können bei 30 Grad mit der Hand gewaschen werden. Dabei muss der Faltstore natürlich vom Fenster genommen werden.

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